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Hundeleben

December 10, 2017

 

 

In San Francisco gibt es keine Kinder. So fühlt es sich zumindest an, wenn man durch einzelne Quartiere schlendert, wo das Leben scheinbar mit 20 beginnt und spätestens mit 40 endet. Durch den Tech-Boom sind die Wohnungsmieten ins Unermessliche gestiegen, und nur die wenigsten Familien können sich ein Leben in der Stadt noch leisten. Von den hundert grössten Ortschaften in den USA hat San Francisco deshalb die mit Abstand tiefste Kinderquote – ein Problem, mit dem sich die Politik derzeit intensiv auseinandersetzt.

 

Viele kompensieren hier das heulende Baby mit einem bellenden Hund. In San Francisco gibt es deutlich mehr Hunde als Kinder, und in vielen Nachbarschaften findet man einfacher einen Coiffeur für den Vierbeiner als eine Schule für den Zweibeiner. Natürlich ist so ein Haustier dennoch mit viel Aufwand verbunden. Im Silicon Valley sieht man das jedoch nicht als notwendiges Übel oder als Teil der Verantwortung, sondern als lukrative Geschäftslücke: Mittlerweile gibt es Dutzende Start-ups, welche das Leben der Hundehalter erleichtern wollen: Wer tagsüber im Büro sitzt, hat sein Haustier dank speziellen Hunde-Webcams immer im Blick und kann es per Smartphone auch direkt füttern. Halsbänder überwachen längst nicht mehr nur den Aufenthaltsort, sondern auch die verbrannten Kalorien, Puls, Atemfrequenz und Körperhaltung, genau wie beim Herrchen. Über Apps wie «Rover» können mit wenigen Klicks und «on demand» Hundesitter nach Hause bestellt werden, welche mit den Vierbeinern Gassi gehen. Sogar spielen muss man mit seinem Haustier nicht mehr selbst: Der iFetch-Roboter lässt sich im Garten aufstellen, wirft einen Tennisball in eine zufällige Richtung und wartet, bis der Hund ihn zurückbringt.

 

Vielleicht ist genau das die Lösung für die Problematik mit den fehlenden Kindern in San Francisco. Denn wenn man seinen Nachwuchs dank neuen Technologien nicht mehr selber füttern, betreuen und unterhalten muss, könnte dadurch die eigene Familie plötzlich wieder attraktiv werden. Es wäre deshalb nicht überraschend, gäbe es im Silicon Valley bereits Start-ups, welche genau an diesen Produkten arbeiten.

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