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Als es "Klick" machte

March 18, 2017

 

 

Ob er wohl Mitleid hatte, der Türsteher, als ich mit geballten Fäusten und einer unglaublichen Wut im Bauch davongestapft war? Sein hämisches Grinsen, das Kopfschütteln und schliesslich ein «Sorry, see you tomorrow» hatten mir gerade den ganzen Tag verdorben. Und das, obwohl dieser erst gerade begonnen hatte. Mir wurde nämlich vergangene Woche bei der SXSW-Konferenz, einem Netzkulturfestival in Austin, nicht etwa der Eintritt zu einer Bar verweigert, sondern der zu einem Frühstücksbuffet. Dieses war erst ab 21 Jahren zugänglich, weil neben salziger Butter und trockenen Bagels scheinbar auch noch eine Sektflasche auf dem Tisch stand.

Das sind die USA: Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo man je nach Bundesstaat ab 14 Jahren fahren, ab 18 kiffen, aber überall erst ab 21 trinken darf. Das führt auch dazu, dass man als 20-Jähriger von Veranstaltungen mit Alkoholausschank schon mal per se ausgeschlossen ist. Kontrolliert wird die ID immer – und zwar bei allen.

 

Wenn man in San Francisco lebt, wirken diese Restriktionen schon fast ironisch. Denn das Silicon Valley hat eigentlich einen regelrechten Fetisch für junge Menschen. Immer wieder trifft man bei Networking-Events auf 15-jährige Firmengründer, welche die Highschool abgebrochen haben, jetzt alleine in der Grossstadt leben und hier die Welt verändern wollen. Mentoren führen die jungen Tech-Experten auf dem Weg zum beruflichen Erfolg; das Gesetz sorgt dafür, dass keine Versuchung sie von diesem Pfad abbringt. Viele der Jungunternehmer sammeln Millionen Dollar als Investitionskapital für ihre Start-ups, können selber aber noch kein Bankkonto eröffnen – und erst recht nicht auf den Erfolg ihrer Firma anstossen.

 

Für mich ist diese staatliche Bemutterung unterdessen vorbei. Denn das «See you tomorrow» war durchaus wörtlich gemeint; ein Tag nach dem verwehrten Frühstück feierte ich die 21, also das Ende der Durststrecke: Blackjack und Jackpot. Ich weiss nicht, ob ich mich seit der Primarschule je derart auf einen Geburtstag gefreut habe. Pünktlich um Mitternacht machte es bei mir dann tatsächlich «Klick»; nicht wegen einer neuen Erkenntnis, sondern wegen der zahllosen Türen, welche sich damit plötzlich geöffnet haben. Und ja, auch jene zum Frühstücksbuffet.

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